Die Hochrheinregion als Energieregion

Seit vielen Jahren ist der Themenkomplex rund um die Energie am Hochrhein aktuell. Als landschaftsprägender Fluss hat der Rhein mit seinen 13 Stauwehren zwischen Bodensee und Basel eine wichtige Funktion bei der Energiegewinnung (z.T. dt.-schweizerische Nutzung). Zudem stehen im Kanton Aargau gleich drei der fünf Schweizer AKW (Beznau I+II, Leibstadt).

Nicht zuletzt die politischen Beschlüsse in Berlin (Atomausstieg bis 2022), Stuttgart (Ausbau von Windkraft, Biomasse, KWK, Bioenergiedörfer, Geothermie, Solarenergie) und Bern (Atomausstieg bis 2034) zeigen, dass beidseits des Rheins ganz unterschiedliche Diskurse über die zukünftige Energiegewinnung, die intelligente Nutzung von Energie sowie Effizienzsteigerung und Energiesparmöglichkeiten geführt werden.

Auch auf politisch-verwaltungstechnischer Seite verändern sich derzeit Prozesse; so ist in Baden-Württemberg etwa geplant, das Landesplanungsgesetz für den rascheren Bau von Windkraftanlagen zu novellieren und gewisse Steuerungsmöglichkeiten zu kommunalisieren.

Des Weiteren nehmen gegenwärtige Prozesse, wie z.B. die Debatten um das Pumpspeicherkraftwerk in Atdorf oder die Suche nach einem geeigneten Standort für ein geologisches Tiefenlager in der Schweiz eine bedeutende Stellung in der öffentlichen Diskussion in der Hochrheinregion ein.

Ein Umdenken und Umsteuern in Energiethemen bringt automatisch neue Herausforderungen mit sich. Die Zielkonflikte, die es zwischen den einzelnen Interessengruppen gibt, müssen konstruktiv und zielführend bearbeitet werden.

Ansatzpunkte für eine regionale Energiewende gibt es genügend: z.B. klimaneutrale Mobilität der Pendlerströme, umfassende Mobilitätskonzepte für ÖPNV, Individual- und Langsamverkehr, Energieeffizienz (Gebäudesanierung), Ausbau Solarenergie (Südkante Schwarzwald), Förderung „kleiner“ Wasserkraft, Bioenergiedörfer etc.

Branchenreport Energie und Umwelttechnologie