Den Nachbarn besser kennen und verstehen - Fettnäpfchen vermeiden

Sie hatten sich vorgenommen, die grenzüberschreitenden Arbeitsbeziehungen zu verbessern: Mehr als 60 Schweizer, Deutsche und Franzosen kamen am Mittwoch, 23.11.2011, im Schweizerischen Rheinfelden zu einem interkulturellen Workshop zusammen.

Eingeladen zum Workshop „Den Nachbarn besser kennen und verstehen – Fettnäpfchen vermeiden“ hatte die Hochrheinkommission mit Sitz in Waldshut-Tiengen. Es gehöre zum Kerngeschäft der Hochrheinkommission, die Menschen beidseits des Rheins zusammen zu bringen und das gegenseitige Verständnis zu erhöhen, erklärt Mirko Bastian, der Geschäftsführer der Hochrheinkommission.

Gerhard Lochmann, Schweizer Honorarkonsul und selbst mit der deutschen und der Schweizer Staatsbürgerschaft ausgestattet, sowie die Kommunikationstrainerin Franziska Lochmann, eine in Deutschland wohnhafte Eidgenössin, nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit, sich die kulturellen Unterschiede und die verschiedenen Mentalitäten von Schweizern und Deutschen genauer anzuschauen. „Nur wer die Hintergründe kennt, kann ausreichend sensibel über die Grenze hinweg kommunizieren“, weiß Gerhard Lochmann aus seiner langjährigen beruflichen Erfahrung.

Profis in dieser Hinsicht sind die Stadtoberhäupter der beiden Rheinfelden. Sie pflegen mittlerweile sehr gute Beziehungen in der Zwillingsstadt. Aber auch hier war aller Anfang schwer: „Wir mussten zunächst einmal lernen, wie beispielsweise die Verwaltungsstrukturen auf der anderen Seite der Rheinbrücke funktionieren“, so Franco Mazzi, Stadtammann des Schweizer Rheinfelden zu seinem Gegenüber, Oberbürgermeister Eberhard Niethammer.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer pflegen in den unterschiedlichsten Arbeitszusammenhängen grenzüberschreitende Kontakte. Sie sind Arbeitsvermittler, Bildungsexperten, Fachspezialisten für Jagd und Fischerei, Ehrenamtliche im Prozess der Suche nach einem geeigneten Standort für ein geologisches Tiefenlager, Katastrophenschutzbeauftragte, Kulturverantwortliche, Polizeichefs oder Zollbeamte.

In Kleingruppen analysierten sie Kontaktaufnahme und Sprache, den persönlichen Umgang sowie den Schriftverkehr und konnten gemeinsam die Feinheiten identifizieren, auf die es ankommt. So sollen zukünftig „Fettnäpfchen“ vermieden werden.

Der Waldshuter Landrat und Präsident der Hochrheinkommission, Tilman Bollacher, zeigt sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung und ist sich sicher, dass man gerade in einem eng verflochtenen Grenzraum die Mentalitätsunterschiede gut kennen muss, damit diese die Kontakte bereichern und die Zusammenarbeit nicht erschweren.

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